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Transformers / Volksgarten

komm, koelnpop (popkoeln II)


  · den Künstler
Es gibt ja, jedenfalls spätestens nach dem Konzert, den unvoreingenommenen Kritiker nicht. Insofern muß ich mich also auch nicht all zu sehr zähmen, Kreide fressen gar. Deswegen also fast ungeschminkt: Transformers und Volksgarten aus Köln, live im Basement.

Transformers behaupten von sich, „Riot-Dub“ zu machen. Nun kann man sicher mit Fug und Recht behaupten, solche Selbst-Bezichtigungen mit erfundenen Musik-Richtungen seien erst mal nicht Ernst zu nehmen, funktionierten höchstens auf einer Art Meta-Ebene. Andererseits stellt sich die Frage, ob Dub, Riot hin oder her, ohne Kiffen überhaupt möglich ist. Und beim Kiffen ist ja schnell alles eh Meta-Ebene, so daß, wer sich so nennt, sich auch so rufen lassen muß.

Riot-Dub also. Egal, was es sein will, es hat jedenfalls mehr zu sein, als ein paar gut abgehangene Rumpel-Beats mit stoischen Bass-Linien, zu denen (live und in Farbe), den Rücken über Mischpulte gebeugt, an Knöpfchen gedreht und Reglern geregelt wird. Sowas bleibt, Meta-Ebene oder ernstgemeint, besser im trauten Heim, anstatt unschuldige Menschen aufdringlich zu langweilen. Als Soundtrack für was auch immer (Riots allerdings sicher nicht) vielleicht geeignet, als „musikalische Darbietung“, die als solche den Anspruch haben muß, gehört werden zu wollen - ungeeignet. Anödend. Danke für den Versuch, kommen Sie nicht so bald wieder.

Auf zum nächsten Gedicht. Wir machen heute abend in entspannter Coffee-Table-Musik. Junge Leute hören so was, machen das auch gerne. Soll man ja durchaus ermutigen, Kreativität hat noch keinem geschadet. Allerdings, die Riot-Dub-Episode macht skeptisch. Vielleicht doch den Stecker rausziehen ? Nein, hören wir erst mal, was man so geboten bekommt. Gefiepse und Gesurre, Bass, Gitarre, Keyboard, Rumpel-Beats. So weit, so gehabt. So weit, so aufdringlich unaufdringlich. Hochpolierte, perfekte Belanglosigkeit. Immerhin mit Harmonien, die als solche identifizierbar sind und nicht nur ihr eigenes Klischee. Aber man ist ja auch noch nicht fertig. Das war ja nur der Anfang.

Volksgarten haben nämlich, außer einem Namen, an dem sich die Geister scheiden sollten, auch eine Sängerin. Und die macht hier den Unterschied. Ein Gesang, der der zunächst unangenehm glatten Musik jene Risse zufügt, die zuhören, aufhorchen lassen, jene Emotion, die zu fehlen schien. Vielleicht eine Frage der Hörgewohnheit, vielleicht lassen sich diese Emotionen auch schon in den Instrumental-Stücken von Volksgarten erahnen, hören gar, doch einem Folk-Rock-Geschädigten (-Veredelten) Gehör gelingt sowas nicht ohne weiteres.

Du darfst mich Trip Hop nennen. Yesteryear‘s thing, in a way. Aber eben gut gemacht und vor allem gut gesungen, mit sich entwickelndem eigenen Stil. Vielleicht ist der Weg noch weit, sicher ist des Gitarrengedudels noch zu viel, aber hier darf „vielversprechend“ eben als Lob stehen, anders etwa als bei Slut.

(ms)





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