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Slut

Schlampenrock (aua)


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In einer gerechten Welt schreiben gute Bands gute Songs und spielen gute Konzerte. Aber wie sagt Billy Bragg so schön: „in a perfect world, we‘d all sing in tune / but we‘re all Clash-fans, so gimme some room“. Und da muß man sich wohl auch damit abfinden, wenn eine Band, die immerhin zwei der besten (deutschen) Singles der letzten Zeit veröffentlicht hat, live eher enttäuscht. Doch, ach, wie schön wäre es gewesen.

Euphoriebereit geht man ins Konzert, wird durch eine nette Vorband auch gemütlich eingestimmt, freut sich über die charmante Ansage, findet das erste Lied auch sehr vielversprechend, wie es sich aus dem Intro herausschält, das ist fein anzuhören. Aber es war eben nur der Auftakt und spätestens als Slut ihre grandiose 2001-Single „It was easier“ spielen, da fragt man sich, warum klickt das nicht, warum begeistert mich das nicht, so wie es sollte ?

Slut haben bisher 2 Alben veröffentlicht, die beide sehr empfehlenswert sind, entspannt zwischen Indiepop und Gitarrenkrach pendeln, mit schön-schrägen, offenen Gitarren-Akkorden und Gesangslinien, die die Bezeichnung sogar verdienen. Im März wird das dritte kommen und es hat alle Chancen, eines _der_ deutschen Alben des Jahres zu werden. Die beiden vorab veröffentlichten Singles („It was easier“ und „Welcome 2“) sind Geniestreiche feinster Pop-Kunst, die Videos geschmackssicher, die Homepage interessant genug. Und im Grunde war sogar, was da noch neues im Gebäude 9 präsentiert wurde, vielversprechend. Doch genau da liegt auch das Problem: Vielversprechend ist nicht das gleiche wie begeisternd, und bei diesen Vorbedingungen muss alles unterhalb von „begeisternd“ einer Enttäuschung gleichkommen. Und für „begeisternd“ hat dann eben doch viel gefehlt. Die überflüssige Band-Vorstellung, geschenkt. Die nicht immer zweifelsfreien Frisuren, egal. Selbst das Bayrisch („ihr seid‘s ja wahnsinnig“), da kann eh keiner was für.

Aber die übertriebenen, selbstverliebten Krach-Parts hätten in dieser geballten Konzentration eben den Proberaum nicht verlassen dürfen. Klar, es hat irgendwie was, am Anfang erst mal die Sau rauszulassen und den Pop-Appeal zu verstecken. Nur, ohne den nötigen Fokus franst an den Rändern alles schneller aus, als einem lieb sein kann und dann ist auch das schönste Feedback-Gewitter irgendwann nur noch redundant. Es ist damit alles sicher ein Fall von „too much of a good thing“, vielleicht also nicht der Anlaß für Enttäuschung. Aber: Es hätte so gut sein müssen. So heisst es, auf die Platte warten und sich dann eben daran freuen. (ms)



-> Weitere Informationen unter:
http://www.slut-music.com/




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