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Kante - live

Deutscher Idealismus ?


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Ja, in der "konkret" wird das Unbehagen an Kante auf den Punkt "deutscher Idealismus" gebracht. Nun fragt man sich als Normalkonsument/in gerne, was will uns der Autor damit sagen ? Dunkel ist der Rede Sinn, zunächst. Andererseits: Die entspannte Souveränität der Platte im Umgang mit "rockfernen" Versatzstücken (hier wird noch echt "komponiert") ist so gesehen Teil des Problems. Musikalisches Können wird schnell zur Selbstbeweihräucherung, aus Brillanz wird Distanz. Und so auch live. Man darf einfach nicht ständig aufs Neue dumm auf der Bühne rumstehen, rummuckern und zwischendurch immer neu stimmen. Das, um es mal so zu sagen, shockt nicht. Zumal dann nicht, wenn man das vorhanden (Pop-)Pulver vorzeitig verschießt und die geniale Single (Die Summe der einzelnen Teile) das einzige Stück bleibt, welches die Kunststudenten- Tempoverweigerung ein wenig aufbricht. Letztlich steckt im simplen Stück Folk-Rock mehr Seele als im kunstvoll um ein Klarinetten-Sample herumgepoltertes Stück Liedgut mit zwei Schlagzeugen. Das Problem mit Kante ist die Ernsthaftigkeit, mit der hier der Kraft der Musik, der Kunst, etwas eigenes (quasi aus sich heraus) entspringen soll. Das ist, wenn es funktioniert, eben wirklich mehr als: Die Summe der einzelnen Teile. Aber ansonsten macht Blumfeld- Verehrung auch in Verbindung mit musikalischem Können nicht jeden Einfall gut.

Und überhaupt. Was soll das ? Wer erlaubt es deutschen Bands, undiszipliniert (und lange) rumzumuckern ? Bei Slut war das auch schon problematisch, bei Kante nervt es noch mehr. Bands mit zwei Alben (und seien da noch so viele 10-Minuten-"Werke" drauf) haben nicht über 90 Minuten zu spielen. Sehr wenige Bands sind länger als 70 Minuten wirklich gut. Und wenn man dann nicht mal Jochen zum Witze reißen hat (sondern nur Peter, der gerne würde, aber sich irgendwie nicht traut), dann bleibt man mit dem Kunststudenten-"Vorwurf" sitzen. Total subjektiv geäußerte Vermutungen, die für sich Objektivität reklamieren (Eat that, Mr Ribbeck), gehen dahin, daß es an Köln liegen möge, weil Kante nämlich in ost-westfälischer Intimität "großartig" gewesen sein sollen. Aber was bringt uns das ? Kante sind zu weicheirig für Köln ? Dem Diskurs-Rock eine Chance ? Oder doch lieber die Platte hören, weil man das auch im Sitzen machen kann ? Vielleicht am ehesten letzteres.

(ms)





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