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Gene - live @ the London Astoria, 5.7.01

Through the past into the future


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Gene sind wieder zurück! Kleine Brötchen backen, Flucht nach Amiland und Labelstress sind passé - Gene sind heute abend derart obenauf, dass man glaubt, sie hätten das Jahr 1996 direkt in die Gegenwart geholt oder aber die Jahre dazwischen einfach ausradiert.

Dabei schien der Abend zunächst nichts allzu Gutes zu verheißen - ca. 30 Grad außen- und Innentemperatur (das war aber noch gar nichts gegenüber den späteren Verhältnissen), leichte Probleme bei den Tickets und erstmal gähnende Leere im Saal, als der erste Supportact loslegte. Das Emo-Trio und Graham Coxon-Signing Mower machten zwar erst einen - naja - seltsamen Eindruck, was zum Einen an ihrem sehr uneinheitlichen Erscheinungsbild (der Bassist wirkte z.B. so, als würde er sich den ganzen Abend darüber ärgern, versehentlich bei der falschen Band mitzuspielen) und zum Anderen an den leicht sperrigen Songs und etwas "halbgaren" Sound lag. Trotzdem rockten sie, was Mensch und Maschine hergab und obwohl der Gitarrenwurf in die Photographers-Pit nach Setende gänzlich überflüssig war, blieb das Gefühl, hier was ziemlich Gutes gesehen zu haben.

Zur zweiten Band, die netterweise ihren Namen nicht nannte, bleibt nicht viel zu sagen, außer, dass hier recht mainsteamiger, glatt und ausgefeilt gespielter Pop/Rock geboten wurde. Next one please.

Also. Gene. Tolle Dia-Collagen zu dramatischer, modern-klassischer Musik, dann Schreien und Drängen im mittlerweile randvollen Astoria als Mat "the hat" sich hinter die Drums begibt und einen Beat beginnt zu dem Kevin Miles und Steve Mason die Bühne betreten und, den Applaus ausreizend, zum ausgedehnten Intro von "Be my light, be my guide" ansetzen. Martin Rossiters inszenierten Auftritt, mit Anzug, kann man ungefähr so übersetzen: "Klar, jubelt mir ruhig zu! Mich kratzt das zwar wenig, ist ja immer so, aber ihr wartet schließlich alle auf mich also mehr davon." Und mehr gab es, jeder einzelne Song wurde vor- während- und nachher frenetisch gefeiert, wobei allerdings die neuen, von der Diashow begleiteten Songs etwas blasser wirkten, da hier der 2000er Zuschauerchor wegfiel. Die Zeile "London can you wait" konnte nicht passender sein und wirkte so wie ein Dampfhammer. Bis auf "Sleep well tonight" wurde durch sämtliche bisherigen Singles und Album-Favourites gestürmt die einen völlig erschöpften Sänger am Ende von "Olympian" zurückließen. Die Band präsentierte sich in absolut bester Laune und Form und Rossiters Bemerkungen wie "You look pretty handsome, but only with your mouth shut" zu einem recht angetrunkenen Dazwischengröhler wirkten schon fast wie erwartet.

Das neue Material markiert keinen großen stilistischen Wendepunkt eher eine Integration neuer Elemente wie vereinzelter Loops, Samples und untypischer Rhythmen. Erfreulicherweise sind die Melodien wieder intensiver und gefühlsbetonter, was ja auf "Revelations" etwas ins Hintertreffen geriet. Das Set wurde auch mit einem neuen, epischen Song beendet, der in einem langen Instumentalteil mündete, welcher nacheinander um ein Bandmitglied reduziert wurde, sodass Mat nicht nur der erste, sondern auch der letzte auf der Bühne war.

Zwei mal zwei Zugaben mit dem obligatorischen "Fighting fit" schlossen ein grandioses Konzert ab, mit dem sich Gene triumphierend zurückmeldeten. Es bleibt zu hoffen, dass das für September angekündigte, neue Album "Libertine" auf eigenem Label ebenso wie dieses Konzert an die Erfolge von "Olympian" und "Drawn to the deep end" anknüpfen kann und Gene wieder in die vordere Pop-Liga katapultiert.

(jk)



-> Weitere Informationen unter:
http://www.genenet.co.uk/




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