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Chumbawamba

20 Year of the Same Old Shit


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In einem Londoner Plattenladen, neulich: Ein Exemplar der etwas seltsamen Sportchestra-Platte „101 Songs About Sport“. Darauf ein Aufkleber: „Beware ! This is a Chumbawamba record !“ Je nun, sonderlich beliebt waren Chumbawamba bei denen, die sie nicht mögen, eigentlich nie. Ein Fall von „you gotta love’em or you gotta hate’em“. Daß es dann immer genug waren, die sich für – und sei es wohlwollend-kritische – Unterstützung entschieden, hat sicher mit dazu beigetragen, daß Chumbawamba dieses Jahr ihr zwanzigjähriges Bühnenjubiläum feiern. OH MY GOD. Eine Band, deren Mitglieder mehrheitlich in den 40ern angelangt sind, die mit einem Welthit in den zweifelhaften Ruf des „One Hit Wonders“ geraten ist, die sich von Fans und Kritikern gerade immer auch wegen ihrer politischen Haltung angegriffen sah – den einen waren und sind sie nicht radikal genug, den anderen war und ist eine auch nur ansatzweise radikale (linke) Haltung von je her ein Dorn im Auge. Die wenigsten von denen dürften in Leeds gewesen sein, als Chumbawamba am 7. Februar 2002 im gut gefüllten Irish Centre ihr Jubiläumskonzert spielten. Doch alle, die nicht dabei waren, haben etwas verpaßt.

Gute Musik, gute Stimmung, eine gute Party, in erster Linie. Vor allem aber auch eine Tour de force durch 20 Jahre politischer Pop-Musik, dargeboten von lauter alten Säcken, die der Mehrzahl „junger“ Bands weiterhin zeigen, was Bühnenshow und Bühnenpräsenz bedeuten können. Nämlich Unterhaltung. Natürlich hilft es, auf eine eigene Geschichte mit einer gewissen Selbstironie zurückblicken zu können. Aber auch dazu muß man in der Lage sein. Natürlich ist es irgendwie naheliegend, mit den Worten „Twenty years of the same old shit“ das Konzert zu beginnen, gerade auch wenn es sich dabei um ein ungefähr solange zurückreichendes Selbstzitat handelt. Aber man muß es eben auch tun. Genau das haben Chumbawamba getan. Und viele alte Klassiker gespielt, die sie teilweise seit mindestens einem Jahrzehnt nicht mehr gespielt haben – und dies angesichts der Tatsache, daß Chumbawamba insgesamt den Hang haben, ihre Songs bis zum Geht-nicht-mehr zum Besten zu geben. Wie lange gehören „Big Mouth“ und „Timebomb“ jetzt schon zum Repertoire ? Eben. Nur, daß in Leeds der kleine feine Gag dabei war, daß Babypausen-Doppelgängerin Michelle „Timebomb“ zu Gehör bringen durfte, während „the original“ Lou hinter den Keyboards stand. Doch im Grunde klang alles beeindruckend lebhaft (und auch fast fehlerfrei, selbst wenn bei „Look No Strings“ nicht alle Musikerinnen in der selben Tonart unterwegs waren und „Homophobia“ viel zu schnell geriet – aber das sind Kleinigkeiten), beeindruckend mitreißend. Insbesondere „Unilever“ wurde natürlich begeistert gefeiert. Die Eingeweihten werden wissen, warum. Darüber hinaus gab es einen feinen Gastauftritt von Mr Paul J Greco an der Mundharmonika zu bewundern. Nachdem der ehemalige Bassist sich ja schon bei dem Konzert in Bonn im Januar auf die Bühne hatte zerren lassen (andere waren da nicht so zielstrebig), war es nun sogar ein musikalischer Beitrag, der auch ihn an die Zeit des Welthits „Tubthumping“ erinnert haben dürfte: 15 minutes of fame für jene, die nach diesem „Ruhm“ nie gefragt haben.

Eins jedoch: Bitte nicht noch 20 Jahre. Man wird sehen müssen, was das nächste Album bringt, doch irgendwann ist es auch genug. Enough is enough. Bis dahin bleibt noch einiges zu tun, die Popmusik wiederholt in den Arsch zu treten, bleiben auch feine Erinnerungen an gute Konzerte. So.

Gute Musik, gute Stimmung, eine gute Party, in erster Linie. Vor allem aber auch eine Tour de force durch 20 Jahre politischer Pop-Musik, dargeboten von lauter alten Säcken, die der Mehrzahl „junger“ Bands weiterhin zeigt, was Bühnenshow und Bühnenpräsenz bedeuten können. Nämlich Unterhaltung. Natürlich hilft es, auf eine eigene Geschichte mit einer gewissen Selbstironie zurückblicken zu können. Aber auch dazu muß man in der Lage sein. Natürlich ist es irgendwie naheliegend, mit den Worten „Twenty years of the same old shit“ das Konzert zu beginnen, gerade auch wenn es sich dabei um ein ungefähr solange zurückliegendes Selbstzitat handelt. Aber man muß es eben auch tun. Genau das haben Chumbawamba getan. Und viele alte Klassiker gespielt, die sie teilweise seit mindestens einem Jahrzehnt nicht mehr gespielt haben – und dies ist angesichts der Tatsache, daß Chumbawamba insgesamt den Hang haben, ihre Songs bis zum Geht-nicht-mehr zum Besten zu geben. Wie lange gehören „Big Mouth“ und „Timebomb“ jetzt schon zum Repertoire ? Eben. Nur, daß in Leeds der kleine feine Gag dabei war, daß Babypausen-Doppelgängerin Michelle „Timebomb“ zu Gehör bringen durfte, während „the original“ Lou hinter den Keyboards stand. Doch im Grunde klang alles beeindruckend lebhaft (und auch fast fehlerfrei, auch wenn bei „Look No Strings“ nicht alle Musikerinnen in der selben Tonart unterwegs waren und „Homophobia“ viel zu schnell geriet – aber das sind Kleinigkeiten), beeindruckend mitreißend. Insbesondere „Unilever“ wurde natürlich begeistert gefeiert. Die Eingeweihten werden wissen, warum. Darüber hinaus gab es einen feinen Gastauftritt von Mr Paul J Greco an der Mundharmonika zu bewundern. Nachdem der ehemalige Bassist sich ja schon bei dem Konzert in Bonn im Januar auf die Bühne hatte zerren lassen (andere waren da nicht so zielstrebig), war es nun sogar ein musikalischer Beitrag, der auch ihn an die Zeit des Welthits „Tubthumping“ erinnert haben dürfte: 15 minutes of fame für jene, die nach diesem „Ruhm“ nie gefragt haben.

Eins jedoch: Bitte nicht noch 20 Jahre. Man wird sehen müssen, was das nächste Album bringt, doch irgendwann ist es auch genug. Enough is enough. Bis dahin bleibt noch einiges zu tun, die Popmusik wiederholt in den Arsch zu treten, bleiben auch feine Erinnerungen an gute Konzerte. So.

(ms)



-> Weitere Informationen unter:
http://www.chumba.com




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