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Magnetic Fields

Love Love Love


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Man sollte meinen, Kulturpessimismus müßte inzwischen eigentlich erste Bürgerpflicht sein. Doch stattdessen werden weiterhin Nichtigkeiten zur Unterhaltung erklärt, wird Ordinäres mit Superlativen bedacht. Als wenn Unterhaltung und Reflexion sich ausschlössen, als wenn man nicht darauf bestehen dürfte, sich beim Entertainment nicht der völligen Inhaltslosigkeit ausgesetzt sehen zu müssen. Es ist eben nicht Grundbedingung für ein herzhaftes Lachen, das Gehirn auszuschalten. Doch Adjektiv-Verbote für Ran-Reporter werden sich bis auf weiteres nicht durchsetzen lassen. Radiohead als Schimanski-Begleitmusik ?

Da bleibt die nicht so leicht zu beantwortende Frage, von wem geht denn der Menschenwürde-Angriff aus ? Von dem, der die Möglichkeit bereitstellt - oder denen, die sie nutzen ?

In solch einer Welt kämpft die Live-Musik naturgemäß ums Überleben: „Wenn die Disco kommt, ist Schluß“. Da wird den Magnetic Fields für ihr erstes (und zunächst einziges) Deutschland-Konzert eine Deadline von 22.00 Uhr gesetzt, weil im Prime Club noch zu New Order getanzt werden will - wie Co-Sängerin Claudia Gonson prognostizierte. Ich hab‘s nicht überprüft - warum auch ? Denn nach einem traumhaft schönen Konzert ist jedenfalls mir nicht nach Mainstream-Experimenten. Ungleich den überlieferten Einschätzungen der Süddeutschen Zeitung geht es nämlich gar nicht um Frühstücksfernsehen-Kompatibilität - welche die Magnetic Fields mit ihrem 69 Love Songs-Projekt im übrigen bei entsprechender Ironie-Fähigkeit der Gegenseite auch längst erreicht hätten...

Es ist bezeichnend, daß der Overkill der neunundsechzig Liebeslieder die Vermarktungsfähigkeit neu definieren hilft. Obwohl Stephin Merritt schon länger gute Lieder schreibt und sogar auch in regelmäßigen Abständen von namhafteren Leuten singen läßt. Auf dem unlängst erschienenen Album seines „The Sixths“-Projekts sind etwa Neil Hannon, Marc Almond oder Bob Mould vertreten. Aber Marketability hat eigene Gesetze - jetzt da es diese waren, die ein Deutschland-Konzert der Magnetic Fields ermöglichten will man sich aber nicht beschweren. Denn beraubt von den projekt-immanenten Zwängen (und den Regeln der Reproduzierbarkeit unterworfen) gewinnen die Songs sogar noch an Charme.

Begleitet nur von Gitarre, Cello und Klavier sangen sich Stephin Merritt und Claudia Ganson durch eine nicht unbedingt repräsentative Auswahl des 69 Love Songs-Oeuvres, dazu gab‘s noch ein paar andere Merritt-Werke. Die sang er zwar nicht so treffsicher wie etwa Momus auf der Sixths-Platte, aber doch mindestens herzzerreißender. Über den Schal allerdings muß man noch mal diskutieren. (ms)



-> Weitere Informationen unter:
http://www.houseoftomorrow.com




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